Stampflehm

zoë plant und erstellt Wände und Objekte aus Stampflehm.

zoë circular building arbeitet mit fertigen Stampflehm-Mischungen von CLAYTEC (siehe weiter unten) oder mit selbst hergestellten Mischungen aus Ortslehm.

Der Stampflehmbau ist Lehmbau in seiner archaischen und reinen Form. Der Rohstoff wird unmittelbar zum monolithischen Bauteil. Der wichtigste Grund für die Wiederentdeckung dieser alten Bautechnik liegt in der ästhetischen und architektonischen Ausdruckskraft der schweren monolithischen Bauteile und ihrer Oberflächen.

Stampflehmwände können (selbst-)tragend ausgeführt werden. Ihre Dicke beträgt dann 40 cm und mehr.

Dünne Vorsatzschalen werden in unserer Werkstatt vorgefertigt, in bestehende Wände verankert und die Stösse sorgfältig retuschiert.

Anwendungsbeispiel Stampflehm-Elemente: Ausstellung THINK EARTH

Für die Stampflehm-Elemente der Ausstellung „THINK EARTH“ haben wir zusammen mit Studierenden auch die Schalungen und die Handstampfer selbst hergestellt. Für die Herstellung der fünfeckigen Ausstellungs-Elemente wurden einerseits unterschiedliche Ortslehme und Kiese aus dem Laufental, andererseits fertige Stampflehm-Mischungen von CLAYTEC verwendet. Die Wände der mobilen Elemente sind nur rund 10 cm dick. Sie sind je etwa 1 m3 gross und wiegen rund 700 kg. Als Basis dient eine 4 cm dicke Sperrholzplatte. Gestampft wurde sowohl mit Handstampfern als auch mit einem pneumatischen Stampfer.

Anwendungsbeispiel Stampflehm: Wohnraum Ihlow, Wohnhausanbau

Der Wohnhausneubau ergänzt den Rumpf einer historischen Feldsteinscheune in der Kubatur eines ehemals in Holzbauweise errichteten und eingestürzten Teils des Gebäudes.

Das Erdgeschoss bilden tragende Stampflehmwände auf einer Gründung aus Stahlbeton. Die Stampflehmbauteile wurden mit einer Systemschalung aus dem Stahlbetonbau eingeschalt. Der Stampflehm wurde von CLAYTEC als Werkfertigmischung mit geprüften Eigenschaften angeliefert und mit pneumatischen Handstampfern verdichtet.

Anwendungsbeispiel Stampflehm: Haus der Nachhaltigkeit Rheinland-Pfalz

Das Ausstellungs- und Seminargebäude „Haus der Nachhaltigkeit“ liegt inmitten des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Die prägenden Elemente des Pfälzerwaldes – Laub- und Nadelbäume, Buntsandsteinfelsen, Erde und klare Wasserläufe – werden im Haus der Nachhaltigkeit von acht 30 Meter langen skulpturalen Wänden verkörpert.

Eine dieser Wände, die sich leicht geschwungen durch das Foyer, den Regionalladen und den Seminarraum zieht ist aus Stampflehm. Die Verwendung von vier unterschiedlichen Lehmfarben, die während des Stampfprozesses schichtenweise eingebracht wurden, verleiht der Wand ihre besondere ästhetische Wirkung. Als Klimaregulator nimmt die Lehmwand tagsüber die Wärme der Sonne auf, die durch die vollverglaste Südfassade einstrahlt, und gibt sie abends wieder an den Raum ab.

Die 2.93 m bzw. abschnittsweise 4 m hohe Lehmwand steht auf einem Streifenfundament aus Stahlbeton, das außen als 30 cm hoher Sockel ausgebildet ist, um die Lehmwand vor Spritzwasser zu schützen. Eine zusätzliche Dämmschicht aus Schaumglas wurde im Fußbereich der Wand eingebaut als Schutz gegen aufsteigende Feuchte.

Die Oberfläche wurde außen mit Wasserglas nachbehandelt, um sie resistenter gegen die Witterung zu machen. Innen wurde sie mit Kasein nachbehandelt, um ein Absanden der Wand zu verringern.